19 Uhr:30 Black Rider Stadttheater

Wolfenbüttel

In Zeiten nicht stattfindender Vorstellungen und Lesungen

hier ein paar Hinweise zu den Hörbüchern, die ich für den Bonnevoice Hörbuchverlag zum Teil musikalisch, zum Teil Regie führend, zum Teil in beiden Funktionen mitgestalten durfte. Diese Hörbücher sind hauptsächlich Geschichten mit autobiographischem Hintergrund oder durch tatsächliche Lebensläufe oder -situationen inspiriert. Sie sind alle von einer fesselnden Thematik und vor allem durch die Qualität der SprecherInnen und den Anspruch dieses Verlages absolut hörenswert.

Penguin Bloom von Cameron Bloom & Bradley Traver Greive

Der kleine Vogel der unsere Familie rettete

Gelesen von Stefan Wilkening und Lisa Wagner

Musik und Regie E.M. Friedrich

Lange Liebe von Antonia Meiners

Geschichten berühmter Paare

gelesen von Jutta Speidel, Irina Wanka, E.M. Friedrich, Stefan Merki und Senta Berger

Musik und Regie  E. M. Friedrich

Der Salzpfad von Raynor Winn

Gelesen von Jutta Speidel

Ich hatte gerade ein festes Engagement gekündigt, als ich mich das erste Mal auf einen Küstenwanderweg begab. Bis zuletzt wusste ich nicht, ob ich an Yorkshires Küste oder an der walisischen laufen würde. Ich machte es davon abhängig welcher Zug als erstes fahren würde. Es war der nach Swansea, und

so landete ich in Wales und ging den Pembrokeshire Coast Path. Und das würde ich noch öfters tun; aber das erste Mal war schon etwas Besonders.

Als ich den SALZ PFAD las, roch es aus jeder Seite und ich spürte den Wind wieder und die See und die Steine unter den Füssen, erinnerte mich an das stundenlange Auf und Ab. Immer wieder kamen Situationen hoch, sehr oft sehr lustige. Und dann war da damals dieses Thema, das nun immer mehr Gestalt gewann. Meine gesamte Situation der existentiellen Ungesichertheit in die ich mich mutwillig begeben hatte, bekam eine Überschrift und ein Programm: The Art Of Descending. Die Kunst des Abstiegs. Und der Weg den ich ging, ließ sich übertragen auf den Weg, den ich gegangen war in meinem Leben und den ich gehen würde. Für Ray und Moth in unserer Geschichte wird dieser spontan und mutwillig begonnene Weg auch zu etwas von dem sie keine Ahnung hatten was es aus ihnen machen würde. Ein wunderbar leichtes und berührendes Buch und Jutta Speidel zieht uns mit ihrer Stimme ganz wunderbar hinein und hinauf auf diesen steinigen Weg voller Wunder. E.M. Friedrich

Regie E.M. Friedrich

und zuletzt Regie bei:

Der Ruf der rosa Delfine von Sy Montgomery                                                                     Gelesen von Beate Himmelstoß

 

Streulicht von Deniz Ohde

Gelesen von Marit Beyer

 

Besser spät als nie von Mechthild Grossmann und Dorothea Wagner

Gelesen von Irina Wanka

alle und viele andere schöne Hörbücher

erhältlich auf allen Download Portalen

LESUNGEN, hoffentlich bald wieder zu sehen:

„Ich bin in Eile,- muss in den Krieg!“, schrieb Gottfried Benn an A.R.Meyer.

Wie sich das Gift des Krieges in der Welt von 1914 ausbreitete und wie die Menschen damals agierten und reagierten,vor allem Maler und Dichter, dem versucht dieser literarische Abend nachzuspüren. Aus Briefen, Romanen, Tagebucheintragungen und Gedichten leuchtet eine Zeit, die mit „Hurra“ in den Abgrund stürzt. Die Mahner bleiben ungehört. Übrig bleibt ein Trümmerhaufen,Tote und menschliche Wracks. Die Lesung ist eine Auftragsarbeit des Literarischen Salons im Schloss Schorn bei Augsburg.

KRITIK

Der Erste Weltkrieg stand im Mittelpunkt der literarischen Soirée auf Schloss Schorn bei Pöttmes. Im Salon der Familie von Herman, der wie geschaffen für diese Veranstaltung war, las der aus Tutzing am Starnberger See stammende Schauspieler Ernst Matthias Friedrich beeindruckend aus Briefen, Aufzeichnungen und Romanen deutscher Künstler von denen viele den Ersten Weltkrieg nicht überleben sollten.Wie ein roter Faden zogen sich Passagen des Schriftstellers Gustav Sack durch den Abend. Der 1885 geborene Autor verweigerte zuerst den Kriegsdienst. Er erlebte den Beginn des Krieges in der Schweiz bei seinem Schwiegervater. Seiner Gattin Paula schrieb er: „Ich will mein Leben selbst bestimmen, ich gehe nicht in den Krieg.“Als er im September 1914 aus Geldnot doch nach Deutschland zurückkehren musste, wurde er eingezogen. Seine Aufzeichnungen, die er bis 1916 („In Ketten durch Rumänien“) an der Front anfertigte, wurden nach seinem Tod von seiner Frau Paula veröffentlicht und hoch gelobt. Das Gedicht „Nächtens will ich mit dem Engel reden“ von Rainer Maria Rilke veranlasste kurz vor dem Ende der Soirée noch einmal auf eindrückliche Weise zum Nachdenken über die Sinnlosigkeit und Brutalität des Ersten Weltkriegs und aller nachfolgenden Kriege.

Doris Bednarz Augsburger Allgemeine 23.11.2014

ARBEIT UND STRUKTUR
Wolfgang Herrendorf
EINE SZENISCHE LESUNG

Ein Tisch, ein Stuhl, dahinter eine Flipchart. Ein Datum, eine Uhrzeit, ein metallenes Geräusch.„Arbeit und Struktur“, lautet der Titel der Buchausgabe, mit der Herrndorfs Verlag Rowohlt Berlin den Blog nach dem Tod des Autors als Buch herausgibt. Ernst Matthias Friedrich liest, spielt eine gekürzte, von Werner Gruban eingerichtete Fassung des Buches in der bar rosso. Es ist eine hochintensive, dichte Lesung, mehr noch ein Spiel. Mit feiner Ironie und einer ausgewogenen Balance aus flapsiger Distanz und großer Nähe gelingt dem Gautinger Schauspieler und Musiker Friedrich das Porträt eines Künstlers, der seine Sprache verliert und mit dieser sein Lebenselixier, jene Kraft, die ihn sein lässt. Es ist nicht wirklich ein Kampf gegen eine Krankheit, von dem an diesem Samstagabend die Rede ist - vielmehr geht es um die Bestands-aufnahme dessen, was jenseits der Körperlichkeit Bestand hat. Gerade in der komprimierten Form, mit der Herrndorfs Blog hier „auf die Bühne“ gestellt wird, gerät eine Urproblematik der Künstlerexistenz in den Blickpunkt: das vergebliche Ringen um Ausdruck, der ständige Kampf gegen den Faktor Zeit. Gerade, als bei Wolfgang Herrndorf zum ersten Mal ein Glioblastom diagnostiziert wird, nimmt sein lange als Manuskript in der Schublade zum Schlummern verdammter Jugendromanstoff um zwei Jungen und ein geklautes Auto an Fahrt auf, wird zum Buch, wird zu einem unerwarteten Erfolg und in den Monaten darauf zu Schullektüre. Die Öffentlichkeit will mehr von diesem Schriftsteller, der Verlag möchte an den Erfolg anknüpfen, und Wolfgang Herrndorf selber möchte schreiben, erzählen, arbeiten. Seine unverwechselbare Sprache, dieser aufgrund einer ganz eigenen Schnoddrigkeit so poetische Tonfall, der auch den Blog kennzeichnet, bekommt seine Gestalt genau in dem Moment, als ihm selber klar ist, dass er nicht mehr in einem „immer so weiter“ wird denken können. Noch bleibt ihm seine Sprache. Doch unbarmherzig nimmt die Krankheit ihm diese Stück für Stück weg. Nirgends ist dieser Verlust so klar, so sachlich und unendlich traurig und doch auch wieder mit einem besonderen, schönen Humor dokumentiert worden wie in „Arbeit und Struktur“.Die Sprache Herrndorfs liegt  Friedrich, er hat sie sich zueigen gemacht, jongliert mit ihr, spielt mit ihr, lauscht ihr die Zwischentöne ab. Es ist diesem Schauspieler zu danken, dass der Abend trotz der Schwere und Tragik des Themas ein genussreicher Abend war, einer, an dem in jedem Moment die Stimme und das Werk eines großartigen Erzählers präsent waren. Doch, Engel gibt es und Struktur ist mehr als Zeichensetzung und Absätze. BOSCO,GAUTING NACHTKRITIK 8.01.16

© 2023 by Black Barby. Proudly created with Wix.com